Essen gehen: Refugium (Nürnberg)

Bei einem Spaziergang durch die Nürnberger Nordstadt haben wir ein Restaurant entdeckt, das einen ganz interessanten Eindruck machte. Das Interieur war ganz nett und die Speisekarte las sich ganz wunderbar. Unter anderem war von selbst angebautem Obst und biologischem Käse die Rede. Wir kamen zu dem Schluss, das Restaurant einmal auszuprobieren. Das war vor einigen Wochen. Am letzten Freitag dann, Nürnberg versank im Schnee und die Wetter-Unbilden sorgten dafür, dass mein Mann und ich nicht zur Arbeit konnten oder mussten, kam ganz unverhofft die Möglichkeit, den Mittagstisch im Refugium auszuprobieren, um dann eventuell – bei Gefallen – auch am Abend wieder zu kommen.
Als wir kamen  und darauf warteten, platziert zu werden, wurde uns zugerufen, dass wir freie Tischwahl hätten und haben uns einen Tisch ausgesucht. Als die Bedienung kam, wurden wir darauf hingewiesen, dass dies doch der kälteste Platz im ganzen Restaurant sei, und ob wir uns nicht um unserer selbst willen umsetzten wollten. Gesagt, getan. (Das ist nicht schlimm, doch hätte man das eventuell vermeiden können, wenn man uns gleich zu einem „wärmeren“ Tisch gebracht hätte). Beim Warten auf die Speisekarte fielen mir vor allem die extrem fusseligen Gläser auf und auch das Austauschen der Gläser mit den anderen des Vierer-Tisches brachte nichts, die sahen nämlich genauso aus. Naja, die Bestellung wurde aufgenommen und da wir keinen Wein bestellt haben, wurden die Gläser nicht benutzt. Wir haben uns für etwas aus der Mittagskarte entschieden. 2x Pilzsüppchen, Kürbisravioli und Fleischküchle mit Karottengemüse und Rahmsoße. Das Süppchen war ganz gut, jedoch wurde es ohne Brot serviert. Die entsprechenden Teller waren eingedeckt und auf der „normalen“ Karte war folgendes zu lesen: „Zu allen Vorspeisen genießen Sie unser fantastisches Natursauerteigbrot aus Frankreich in den Sorten Páve & Walnuss, ganz ohne Zusatzstoffe dazu Butter und aromatisiertes Steinsalz.“

Vielleicht gibt es das Brot nur abends oder auch gar nicht. Naja, wie schon geschrieben, die Suppe war ganz gut, was man jedoch von den Hauptgängen nicht gerade behaupten kann. Die Fleischküchle waren okay, mehr aber auch nicht, nicht sonderlich lecker gewürzt, serviert wurden sie auf einem sähmigen Karottengemüse, das leicht nach Ingwer schmeckte. Über das Karottengemüse und die Fleischküchle war noch eine braune Soße gegossen. Diese Anrichteweise fand ich persönlich nicht so gut, da sich die beiden Soßen zu sehr vermischten.
Für meinen Mann gab es ja Kürbisravioli, die ihm aber leider auch nicht sonderlich gut schmeckten. Ein paar Ravioli in einer gelben Pampe. Die Füllung schmeckte nach nichts und in der war auch der Kürbis nicht. Vielleicht im Teig? Oder in der gelben Soße oder nur in ein paar Tropfen Kürbiskernöl und ein paar Kürbiskernen? Wir konnten es nicht herausfinden. Unnötig zu erwähnen, dass auch zu den Hauptgängen kein Brot serviert wurde.
Natürlich hätten wir um Brot bitten können, aber für ein Restaurant, das von sich behauptet, gehobene Küche zu servieren, muss das zum Service gehören!

Eine Mittagskarte ist keine Abendkarte. Der Mittagstisch ist günstiger (unsere Suppe 3,90 Euro, der Hauptgang 7,90 Euro und/oder 8,90 Euro) und muss vielleicht auch nicht so raffiniert sein. Aber trotzdem müssen die Gerichte schmecken, muss Brot serviert werden, müssen saubere Gläser eingedeckt werden und der Service freundlich sein.

Leider war das nicht der Fall. Die ambitionierte Karte und der eigene Anspruch (gehobene Küche) kann anscheinend nicht umgesetzt werden und wir sehen keinen Grund das Refugium nochmal zu besuchen – weder mittags noch abends.

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